Sylt. Fast drei Jahrzehnte Sozialpolitik auf Sylt tragen auch seine Handschrift: Eberhard Eberle verabschiedet sich nach 28 Jahren aus dem Sozial- und Gesundheitsausschuss der Gemeinde Sylt. Seit 1998 gehörte der Sozialdemokrat dem Gremium an, von 2006 bis 2018 als Vorsitzender. Noch aktuell führt die SPD Sylt Eberle als Bürgervertreter und Mitglied des Sozialausschusses.
Mit seinem Abschied endet eine außergewöhnlich lange Zeit kommunalpolitischer Arbeit. Senioren, Menschen mit Behinderung, Familien und Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, standen dabei immer wieder im Mittelpunkt.
Eberles politisches Engagement beschränkte sich allerdings nicht auf den Sozialausschuss. Er gehörte über viele Jahre der Gemeindevertretung an und war unter anderem erster stellvertretender Bürgervorsteher. Auch Natur- und Umweltthemen begleiten ihn seit Jahrzehnten.
Von Hebammen bis zur Barrierefreiheit
Zu den Themen, mit denen sich Eberle beschäftigte, gehörte die medizinische und soziale Versorgung auf der Insel. Nach dem Ende der Sylter Geburtshilfe setzte er sich beispielsweise für eine Hebammen-Rufbereitschaft ein. Bereits 2015 erläuterte er als damaliger Vorsitzender des Sozialausschusses öffentlich Pläne für einen entsprechenden Bereitschaftsdienst.
Auch die Situation von Menschen mit Behinderung und die Barrierefreiheit beschäftigten ihn. Dokumentiert ist etwa sein Einsatz für Verbesserungen im öffentlichen Raum und seine Kritik an Barrieren, die Rollstuhlfahrern den Zugang erschwerten.
Enge Kontakte hielt Eberle über Jahre zu sozialen Einrichtungen auf der Insel. Dazu gehören die Sylter Tafel, die Sylter Werkstätten und die Lebenshilfe. Sein Anspruch war dabei, nicht nur am Sitzungstisch über soziale Fragen zu beraten, sondern mit den Menschen und Einrichtungen im Gespräch zu bleiben.
Senioren und Demenz als wichtige Themen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Situation älterer Menschen. Eberle begleitete über viele Jahre die Entwicklungen in der Sylter Seniorenbetreuung und Pflege. Noch beim fünfjährigen Jubiläum der Johanniter-Tagespflege im Jahr 2022 wurde er als Vorgänger der damaligen Sozialausschussvorsitzenden begrüßt.
Auch das Thema Demenz beschäftigte ihn intensiv. Neben der politischen Arbeit brachte Eberle dabei persönliche Erfahrungen ein und setzte sich dafür ein, Hilfsangebote und Ansprechpartner für Betroffene und Angehörige auf der Insel zusammenzubringen.
Engagement endet nicht mit dem Sozialausschuss
Auch abseits der Sozialpolitik ist Eberle auf Sylt seit Jahrzehnten aktiv. Bei der Naturschutzgemeinschaft Sylt engagierte er sich bereits seit den 1970er-Jahren und gab nach mehr als 30 Jahren den zweiten Vorsitz ab.
Daneben setzt er sich bis heute für ein grüneres Westerland ein. Seit inzwischen mehr als einem Jahrzehnt steht Eberle dem Verschönerungsausschuss des Fremdenverkehrsvereins Westerland/Sylt vor. Gemeinsam mit weiteren Beteiligten wurden unter anderem Bäume und Sträucher für die Westerländer Innenstadt angeschafft und gepflanzt.
Nun endet für Eberhard Eberle nach 28 Jahren die Arbeit im Sozial- und Gesundheitsausschuss. Viele der Themen, die ihn während dieser Zeit begleitet haben – von Pflege und Senioren über Barrierefreiheit bis zur Unterstützung sozialer Einrichtungen – bleiben auch für seine Nachfolger wichtige Aufgaben.